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Reisebericht Bretagne 2007

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Reisebericht Bretagne 2007

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Mit dem Wohnmobil durch die Bretagne, Oktober 2007

Ein Reisebericht von Elsni

Erster Tag - Do. 27. September 2007

Um 5:00 Uhr morgens fahren meine Frau und ich mit unserem fast neuen Adria Twin aus Hamburg ab, auf zur ersten großen Tour mit diesem Fahrzeug Richtung Süden.

Unser Weg führt fast in Luftlinie an die französische Atlantikküste über die Niederlande und Belgien.

Gegen Abend beschließen wir in Le Tréport in der Normandie die erste Nacht dieser Tour zu verbringen. Im Ort fahren wir direkt bis an die Mole, dort befindet sich ein großer Parkplatz. Dieser ist anscheinend kostenlos denn die Schranke ist offen. Zudem ist er fast leer, so dass wir uns den besten Platz aussuchen können.

Der Abend ist klar und stürmisch, der Ort wirkt etwas ausgestorben, bietet aber dank der beleuchteten Klippen und der Restaurants einen schönen Anblick in der Dunkelheit, den wir durch die getönten Aufstellfenster bei Bier, Baguette und Käse genießen.

Nachts im Halbschlaf kommen mir Bedenken - saufen wir auch nicht ab? Könnte es nicht möglicherweise eine Sturmflut geben? Aber es ist bereits 6.00 Uhr Morgens und längst wieder Ebbe. Glück gehabt, weiterschlafen.

Zweiter Tag - Fr. 28.September: Le Tréport - Étretat - Mont St. Michel

Am Morgen wird es noch stürmischer, hinzu kommt Starkregen. Ein Grüppchen älterer Männer parkt mit ihren PKWs? direkt neben uns und ziehen Anglerhosen und Windjacken an - wahrscheinlich Muschelsammler, denn es ist immer noch Ebbe und das Hafenbecken trocken. Wind und Regen sind allerdings so stark dass sich die Herren nach ca. 20min. Verweildauer im Windschatten unseres Mobils wieder in ihre Fahrzeuge schwingen und davonfahren.

Nach einem Restefrühstück wollen wir aufbrechen. Am Abend vorher waren die Schranken des Parkplatzes offen und wir konnten einfach einfahren, nun sind die Schranken zu und man braucht ein Parkticket zur Ausfahrt. Also bei Sturm und Starkregen ein Ticket gezogen, zum Kassenautomaten - kostet nichts - und weg!

Étretat

Nächster Stop soll Étretat in der Normandie werden. Wir parken dort auf einem Parkplatz etwas oberhalb des Ortes, da uns unser Reiseführer bereits vor engen Einbahn-Gassen gewarnt hatte.

Die Felsentore von Étretat sind wirklich sehenswert, und auch bei stürmischem Wetter lohnt sich eine kleine Wanderung auf die Klippen denn dort hat man erwartungsgemäß einen herrlichen Ausblick. In einer Créperie genehmigen wir uns jeder ein ziemlich fettiges Galette und bestiegen wieder unser Mobil.

Nun steuern wir den Mont St. Michel an. Gegen Abend erreichen wir den Campingplatz "Camping du Mont St. Michel". Hier ist es endlich fast windstill und trocken, bei ca. 15° stellen wir Tisch und Stühle raus und lassen den Tag mit französischen und belgischen Bieren, Brot und Käse ausklingen.  

Dritter Tag - Sa. 29. September: Mont St. Michel – Cancale- Cap Fréhel

In der Nacht hat es geschüttet wie aus Eimern, der Platz ist hinreichend matschig, doch kurz nach dem Frühstück zeigt sich die Sonne.

Nachdem wir neues Wasser getankt (2,70 Euro), altes abgelassen (kostenlos) und die Standgebühr von 14 Euro (incl. 7,20 Euro Strom) bezahlten, machen wir uns auf den Weg zum Mont St. Michel.

Das Wetter ist herrlich und die Autos und Reisebusse stauen sich schon auf der Zufahrtstrasse zum Mont. Da auch noch zwei Parkplätze aufgrund der starken Regenfälle abgesoffen sind, entziehen wir uns dem Rummel, parken in dem vorgelagerten Örtchen und laufen die 2 Km zu Fuß.

Der Mont ist wirklich sehenswert. Enge, winkelige Altstadtgäßchen gefüllt mit Restaurants, Créperien und Touristen aller Nationalitäten.

Die Besichtigung der Klosterkirche kostet 8 Euro Eintritt pro Person, worauf wir wegen des Andrangs, des guten Wetters und akuter Interesselosigkeit verzichten. Nachdem der Mont besichtigt und wir eine Dose original Mont St. Michel Kekse gekauft haben, steuern wir das nächste Etappenziel Cancale an.

Cancale

Cancale ist ein Ort, der für seine Austernzucht bekannt ist. Da gerade Ebbe ist sehen wir den Leuten bei der Austernernte zu und haben auch Gelegenheit uns die Zuchtkörbe au nächster Nähe anzusehen.

An kleinen Ständen werden Austern frisch verkauft und können sofort gegessen werden. Ich war mir unschlüssig ob ich welche probieren sollte, habe es aber doch lieber gelassen, da ich noch nie welche gegessen habe und ich mir wirklich nicht sicher bin ob ich solchen Glibberkram mag.

Wir halten uns ca. eine Stunde hier auf und fahren weiter nach St. Malô. Die Stadt ist größer als gedacht und leider total mit Wochenendausflüglern überfüllt. Kein Parkplatz auffindbar, der einzig uns bekannte stadtnahe Campingplatz ist geschlossen.

Cap Fréhel

Gestresst fahren wir weiter zum Cap Fréhel. Dort finden wir einen ruhigen und großzügigen Wohnmobil-Stellplatz auf dem man für zwei Euro 24h stehen darf. Kostenlose Toiletten sind am Fuß des nahen Leuchtturms vorhanden.

Nette schweizer Kastenwagen-Mitcamper leihen uns ihren Flaschenöffner und verraten uns, dass es in St. Malo einen Stellplatz mit Shuttle-Bus gegeben hätte - egal, vielleicht beim nächsten Mal. Dank des milden Wetters sitzen wir bis in den Sonnenuntergang auf einer Bank an der Klippe und geniessen den Blick.

Vierter Tag - So. 30. September: Cap Fréhel - Paimpol

Nach einem ausgiebigen Frühstück und einer Wanderung in der herrlichen Landschaft um das Cap Fréhel starten wir Richtung Paimpol (90km). Kurz nach Verlassen des Parkplatzes in südlicher Richtung fallen uns mehrere kostenlose Stellplätze auf, teilweise einen Steinwurf von einer Bucht mit Strand entfernt. Macht nichts, ist voll dort und es ist sowieso kein Badewetter. Insgeheim freuen wir uns dass wir nicht im August hier sind, es wäre dann wahrscheinlich überall viel zu überlaufen. Wir haben kein Brot mehr, entdecken unterwegs aber eine art Imbiss-Bäckerei-Kombination die nachmittags zwar nichts warmes, aber frisches Baguette und pain rustique, eine Art Mehrkornbrot verkauft. Ansonsten ist Sonntag nachmittags quasi alles geschlossen.

Paimpol

In Paimpol gibt es kostenlose, ausgeschilderte Stellplätze und eine Entsorgungsstation in der Nähe des Hafens. Dort sind rechts vor dem sofort sichtbaren Sandplatz kleine durch Hecken abgeteilte sternförmig angeordnete Stellbuchten, die aber scheinbar niemand entdeckt denn es sind bis auf eine alle frei. Man findet sie wenn man an der Entsorgungsstation rechts fährt. Meine Frau hat die Plätze auch erst gesehen als wir schon auf dem vollen Asphaltplatz standen. Leider ist es kühl und fing sofort nach Ankunft an zu regnen so dass die einsamen Parkbuchten etwas matschig wurden und wir besser auf dem Asphaltplatz stehen bleiben.

Später besserte sich das Wetter und wir erkunden die pittoresken Gassen des kleinen Küstenstädchens.

Gegen Abend kehren wir in ein kleines Indisches Restaurant ein. Die freundliche ältere Kellnerin hält uns zwar für Engländer, was sie aber nicht davon abhielt uns trotzdem zu bedienen und Scherze auf Französisch zu machen. Unsere ratlosen Gesichter bringen sie dazu hektisch den Koch heranzuwinken der das Gesagte nach bestem Wissen und Gewissen in kantiges Englisch übersetzt. Zum Essen werden uns dann ab und zu ein Schüsselchen mit diesen roten Schaumzuckerbonbons vor die Nase gehalten. Genau diese Dinger, die man in den Haribo-Tüten immer zuletzt oder überhaupt nicht isst. Jeder darf sich dann jeweils ein Bonbon nehmen. Aus Höflichkeit kann man sich dann auch schlagartig mit ihnen anfreunden und so schlecht sind sie dann doch nicht. Nachts regnet es wieder fast durchgängig.

Fünfter Tag - Mo. 01. Oktober: Paimpol - Ploumanach - Brignogan-Plages

Morgens war es dann wieder trocken und die Sonne kommt raus, perfektes Wetter um draußen zu frühstücken. Für diesen Zweck hatten wir gestern strategisch auf Lücke geparkt, allerdings zu großzügig denn heute morgen steht mit nur einem Meter Abstand ein vollintegriertes Dickschiff neben uns. Auf der Schotterstrasse hinter dem Parkplatz hätten wir zum Frühstücken einen sonnigen Platz direkt am Hafen, also fahren wir los. Zunächst machen wir aber einen Halt an der Versorgungsstation um Abwasser und Toilette auszuleeren (kostenlos). Frischwasser könnte unserer Kasten zwar auch gebrauchen jedoch haben wir keinen Schlauch im Gepäck. Zum Frühstücken stellen wir uns aber entgegen der Planung direkt auf den großen Parkplatz am Yachthafen, dort ist fast nichts los. Tisch und Stühle sind schnell aufgebaut, der Kaffee duftet verlockend. Einzelne vorbeilaufende Leute gucken neugierig und grüßen freundlich. Ein holländischer Französischlehrer mit Baguette unter dem Arm und bretonischem Streifenhemd spricht uns in fast perfektem Deutsch an und wünscht uns nach einem kleinen Plausch schöne Ferien.

Ploumanach

Nach dem Frühstück gehts weiter die Küste entlang. Nächste Station ist Ploumanach, ein vorgelagerter Küstenort der zu Perros-Guirec gehört.

Wir parken im Zentrum des kleinen Örtchens, zum Strand sind es nur wenige Gehminuten. Dort befindet sich dann auch die Attraktion des Ortes, die mit riesigen Granitbrocken in bizarren Formationen übersähte Bucht.

Wir wandern die Bucht nach links bis nach Trégastel und nach rechts bis zum kleinen Leuchtturm, eine absolut lohnenswerte Tour durch eine beeindruckende Landschaft. Der Himmel ist bedeckt, die Luft schwülwarm und wir kommen gehörig ins Schwitzen.

Heute Nacht wollen wir wieder einen Campingplatz aufsuchen. Die Handy- und Kameraakkus sind leer und eine richtige Dusche wäre auch nicht schlecht. Das gestaltet sich allerdings als nicht gerade einfach. Es ist der erste Oktober und die meisten Campingplätze schließen Ende September. Wir steuerten erfolglos ca. sechs Campingplätze in der näheren Umgebung an bevor wir uns dazu entschliessen in das 60km entfernte Brignogan-Plage zu fahren. Unserer Velbinger-Reiseführer erwähnt einen Campingplatz "Camping de la Côtes des Légendes" an der "Rue Douar Er Pont" der auch im Oktober noch geöffnet haben soll. Dieser Tipp erwies sich als goldrichtig. Der Campingplatz ist schön gelegen und spärlich besucht. Der freundliche Mann an der Rezeption erklärt uns in gutem Deutsch die Anlage und die nähere Umgebung und versorgt uns mit Prospekten.

Eine Übernachtung incl. Strom kostet 14 Euro (10,50 für zwei Personen; 3,50 Strom; 1 Euro Kurtaxe). Den Platz können wir uns aussuchen. Wir parken den Adria in einem von Hecken umsäumten Platz, der nur durch einen Wall und einen Zaun vom rauschenden Meer trennt. Es ist fast windstill und nicht kalt, wir sitzen noch lange draußen und genießen den Abend.

Sechster Tag - Di. 02. Oktober: Brignogan-Plages

Wir entschließen uns noch einen Tag und eine Nacht hier zu bleiben. Nach dem Frühstück gehen wir am Strand entlang in den kleinen Ort. Der Ort selbst hat nicht viel zu bieten. Wir spazieren durch die kleinen Strassen und kaufen im kleinen Proxi-Markt Grillfleisch und alles andere fürs Abendessen ein. Später machen wir noch einen ausgiebigen Abendspaziergang in die andere, weitaus reizvollere Richtung.

In ca. 6km soll eine alte Granit-Kapelle am Ufer stehen, aber so weit kommen wir nicht. Nach der halben Strecke geht die Sonne unter und wir treten den Rückweg an um den Grill anzuwerfen.

Siebter Tag - Mi. 03.Oktober:

Brignogan-Plages - Point de Penhir - Carmaret sur Mer – Argol

Nachdem wir das WoMo startklar gemacht haben, fahren wir direkt auf die Crozon-Halbinsel, zuerst nach Point de Penhir, einem der schönsten zerklüfteten Kaps. Insgeheim hoffen wir hier einen guten Stellplatz zu finden, aber der großzügige Parkplatz ist leider für WoMos? gesperrt. Wir wollen unser Glück nicht herausfordern und machen lediglich einen kleinen Spaziergang um die schöne Landschaft des Kaps.

Wir fahren nach Carmaret sur Mer. Der dortige Stellplatz gefällt uns nicht. Ein gesichtsloser Schotterplatz in zweiter Reihe hinter den Gebäuden der kleinen Hafenpromenade.

Weiter geht es entlang der Küste in der Hoffnung einen schönen Stellplatz zu finden. Nach einiger Zeit und ein paar erfolglosen Versuchen nebst einer Wanderung um das naturbelassene und einsame Kap "Point du Chévre" finden wir ihn in Argol, zumindest gehört das Gebiet zu diesem Ort. Eigentlich ist er knapp zwei km nordwestlich von Pentrez inmitten einer felsigen Bucht an den Koordinaten -4.3217, 48.2042. Dieser Stellplatz ist ideal. Ein einsamer Parkplatz mit schönem Blick. Nichts los - nur wir und das Meer. Einmaliger Sternenhimmel - gute Nacht!

Achter Tag - Do. 04. Oktober: Argol - Locronan - Audierne

Vom der schönen Bucht fahren wir zunächst nach Locronan - ein absolut lohnenswerter Abstecher. Das historische Dorf ist auf Mittelalter getrimmt und ein Touristenmagnet. In dieser Jahreszeit ist es zum Glück nur mäßig besucht. Wir haben also viel Platz dort und können uns alles bei herrlichem Sonnenschein und lauer Luft genau ansehen.

In einer der alt eingerichteten Créperien können wir den leckeren Teigfladen nicht wiederstehen und bestellen uns je einen.

Eineinhalb Stunden und viele Fotos später lassen wir uns von unserem Navi direkt nach Audierne routen. Dort finden wir nicht weit der Hafenpromenade einen riesigen Sandplatz zum Übernachten. Abends genehmigen wir uns noch ein Bier in der Hafenkneipe "Le Skipper" bei hörenswertem bretonischem Folk-Pop.

Neunter Tag - Fr. 05. Oktober: Audierne - Quimper - Concarneau – Quiberon

Schon wieder lacht uns morgens die Sonne an. Wir haben das Gefühl dass es an jedem Tag wärmer wird. Nach dem Frühstück geht es weiter. Zuerst nach Quimper, der mit 60000 Einwohnern der bislang größten Stadt auf unserer Route. Parkplätze gibt es genügend in der Innenstadt direkt am kleinen Flüsschen.

Die Stadt ist sehenswert, es gibt viele Geschäfte und Cafés und nette Gassen. Länger als zwei Stunden halten wir uns aber nicht in Quimper auf.  

Nächste Station ist Concarneu, eine kleine Hafenstadt mit einer befestigten Altstadtinsel, der "ville close".

Auch das ist sehenswert und wir nutzen eines der Lokale um für 12 Euro ein Mittagsmenü aus Fischsuppe, Muscheln und Aprikosentörtchen bzw. gegrilltem Thunfisch für 9 Euro einzunehmen. Die Ville Close hat man ansonsten relativ schnell durchlaufen.

Da unser Reiseführer in der Nähe weder offenen Campingplätze noch interessante Orte aufzeigt, fahren wir direkt auf die 90km entfernte Quiberon Halbinsel. Unterwegs entdecken wir in Erdeven unser erstes Menhirfeld, welches wir uns natürlich ansehen müssen.

Der Campingplatz "Camping Municipal du Goviro" in Quiberon hat laut unserem Reiseführer ganzjährig geöffnet, schließt aber in diesem Jahr am Sonntag, 11. Oktober um 12:00 Uhr. Das reicht uns, wir mieten uns ein. Leider hat unser Elektrokabel einen Schuko-Stecker und der Campingplatz den Eurostecker. Ein Adapter ist auch beim zahnlosen Platzwart nicht vorhanden. Neben einem Schlauch kommt ein Schuko-Euro-Adapter bei der nächsten Reise auf die Packliste.

Der Campingplatz ist nur durch eine Straße von der flachen felsigen Küste entfernt. Die Umgebung ist mit Hotels, Appartementhäusern und dem Thelasso-Therapiezentrum bebaut und dadurch bis auf die flachen Felsen nicht attraktiv. Zuerst wollten wir zwei Nächte bleiben, aber der Platz und die Umgebung ist uns nicht schön genug und wir beschließen morgen abzureisen.

Zehnter Tag. - Sa. 06. Oktober: Quiberon - Carnac - Locmariaquer - Arzon

Der Morgen ist diesig aber trotzdem warm und windstill. Die stromlose Nacht auf dem Campingplatz kostet uns 8,70 Euro. Wir tauschen noch das Frischwasser und leeren die Tanks bevor wir auf der Suche nach einem von diesen parktischen L.Eclerc Einkaufszentren zunächst Richtung Auray fahren. Nach dem Auffüllen der Lebensmittel und Cidre-Vorräte steuern wir nach Carnac. Dort angekommen bestaunen wir bei sommerlichem Wetter das größte Menhir-Arrangement mit über tausend Steinen.

In der Nebensaison darf man das Gelände betreten und sich die gigantischen Steinreihen aus nächster Nähe ansehen. Das ist aufgrund der gewaltigen Besucherströme in der Hauptsaison untersagt um die ca. sechstausend Jahre alten Monumente nicht zu gefährden. Ein Informationshaus welches Literatur zum Thema auch in deutscher Sprache verkauft steht direkt am Parkplatz. Ich kaufe eine Broschüre über die Megalithkultur in deutscher Sprache.

Die nächste Station ist das Museum für Frühgeschichte in Carnac (5€ p. Pers.). Es ist ein kleines Museum, alles ist auf französisch beschrieben. Es gibt zwar eine kleine Mappe mit der deutschen Übersetzung, jedoch fällt die Zuordnung manchmal schwer und es ist nicht jeder Text übersetzt, insbesondere die Erklärungstexten zu bestimmten Fundstücken in den Vitrinen fehlen. Es lohnt sich also nur bedingt, insbesondere wenn man ähnliche größere Museen z.B. in Schloß Gottorf in Schleswig kennt.

Nach dem Museumsbesuch begeben wir und nach Locmariaquer, wo auf einem kleinen Gelände das bekannte Steingrab "Table du Merchands" sowie der zerbrochene große Menhir zu besichtigen ist. Das Steingrab wurde aufwändig rekonstruiert und das Gelände archäologisch untersucht, weshalb ein ein Eintritt von 5€ pro Person entrichtet werden muss.  

Danach steht wieder die Suche nach einem Stellplatz im Vordergrund. Scheinbar gibt es aber am Golf von Morbihan keine Küstenstraße, deshalb lassen wir uns nach Arzon routen. Der Ort liegt auf einem Zipfel im Osten des Golf von Morbihan. Da wir uns immer noch nicht trauen auf einem der teilweise recht schönen und leeren Parkplätze mit WoMo-Verbotsschild zu stehen, steuern wir den Campingplatz "Camping de Belouris" am "Point de Kerners" auf der Halbinsel an. Der Campingplatz besteht fast nur aus Dauercampern und Mobilheimen, jedoch hat der freundliche Campingplatzbesitzer noch einen Platz auf der anderen Seite der schmalen Zufahrtstrasse und sogar einen Euro-Schuko-Adapter für uns.

Wir sind also wieder verkabelt und konnten unseren Gasvorrat schonen. Der Platz liegt idyllisch pinienumsäumt ca. 100m von einem kleinen Sportboothafen entfernt. Die Vögel übertönen fast die entfernten Bootsgeräusche. An dem herrlichen lauen Abend vermitteln die Zikaden eine mediterrane Stimmung, aus dem nahen Wäldchen ruft ein Kauz. Wir sind immer noch von den fantastischen Wetter überrascht, das wir für Oktober nie erwartet hätten.

Elfter Tag - So. 07. Oktober: Arzon

Wir entschliessen uns spontan noch eine Nacht zu bleiben, der Campingplatzbesitzer nimmt die Nachricht mit Freude zur Kenntnis, morgen werden wir wissen warum. Nach dem Frühstück erkunden wir die Gegend. Es führt ein schmaler Wanderweg um das ganze Kap herum, den wir in einer Richtung bis zum nächsten Parkplatz entlangwandern.

Am Nachmittag nehmen wir die andere Richtung und gehen den Wanderweg bis in das schmucke Dorf Kerners und über die Strasse wieder zurück.

Zwöfter Tag - Mo. 08. Oktober: Arzon - Danzé

Der Morgen beginnt mit einer Ernüchterung. Der Campingplatz kostet mit Strom 19,80€ pro Nacht! Angesichts der dunklen und etwas angerotteten Sanitärhäuschen und überhaupt eine glatte Frechheit. Unser Abwasser werden wir auch nicht los, kein Bodengitter vorhanden. Die Kassette dürfen wir im normalen Klo ausleeren (es war auch nur eine zärtliche Dosis grüne Chemie drin, wir haben also ein reines Gewissen). Frischwasser gibt‘s über den Gartenschlauch.

Unsere Liste mit den Reisezielen in der Bretagne ist nun zu Ende. Wir beschließen den Rückweg anzutreten und einen Umweg an der Loire entlang zu fahren. Zunächst geht es also Richtung Nantes, dann an der Südseite der Loire entlang. Obwohl uns dieser Weg von unserem Reiseführer ausdrücklich empfohlen wurde, entpuppt er sich als ziemlich unspektakulär, besonders wenn man den Weg an der Rhône im Hinterkopf hat, der doch landschaftlich deutlich schöner ist. Wir beschließen nach ein paar Stunden auf direktem Weg nach Deutschland zurückzufahren, um noch ein paar Tage in Süddeutschland zu verbringen. Der Navi darf nach Colmar routen, das in der Nähe von Freiburg auf der französischen Seite liegt. Das Gerät erlaubt leider keine grenzübergreifende Route. Wir fahren auf Landstraßen bis in den Abend und finden endlich einen Parkplatz an der N165 am Ortsausgang des kleinen Nestes Danzé zwischen Le Mans und Orléon. Es ist kühl geworden, wir verbringen den Abend im Wagen.

Dreizehnter Tag - Di. 09. Oktober: Danzé - Freiburg

Wir fahren den ganzen Tag über französische Landstraßen in Richtung Deutschland. Der Weg führt uns durch öde Landstriche zwischen Le Mans und Orléans und durch schöne Landschaften in den Vogesen. Gegen 21:30 erreichen wir Freiburg. Wir stellen uns auf den im Stellplatzführer ausgewiesenen Platz in der Bizierstrasse. Der Platz ist gut gefüllt. Der Platzwart bemerkt mein ratloses herumdrücken am unbeleuchteten Parkscheinautomaten, fängt uns ab und nimmt gleich eine Bestellung für die Frühstücksbrötchen entgegen. Leider bietet der Platz keine Waschgelegenheit und keine Toilette. Gegenüber befindet sich jedoch eine Berufsschule bei der man zur Not die Toilette benutzen können soll. Der Platz befindet sich an einer sehr stark befahrenen Bahnstrecke, die einen nicht schlafen lässt.

Vierzehnter Tag - Mi. 10. Oktober: Freiburg - Karlsruhe

Nach einer unruhigen Nacht benutzen wir noch die Entsorgungsstation des Parkplatzes und machen uns auf nach Karlsruhe um einen guten Freund zu besuchen. Nachdem wir um Zeit zu schinden eine Stunde durch die Stadt bummeln, parken wir den Wagen in einer ruhigen Wohngegend der Nordstadt und können diesmal ruhig schlafen.

Fünfzehnter Tag - Do. 11. Oktober: Karlsruhe - Heidelberg - Darmstadt

Unser nächstes Ziel ist Darmstadt, ein Ort zu dem wir eine besondere Beziehung haben. Ich habe dort ein halbes Jahr beruflich zu tun gehabt und kenne mich dort aus, meine Frau hat mich oft besucht und wir haben schöne Wochenenden dort verbracht. Die Stadt an sich ist nicht besonders attraktiv hat aber ein paar schöne Ecken. Wir fahren über Bundesstraßen, kommen durch Heidelberg und entdecken zufällig ein Campinggeschäft. Dort kaufen wir all das Zeug was wir schon vorher gebraucht hätten, z.B. einen Euro-Schuko-Adapter, Adapter für die kleinen 12V Dosen auf Zigarettenanzünder, Schlauch usw. In Darmstadt angekommen Parken wir auf einem großen citynahen Sandparkplatz, trinken Bier im Ratsbrauhaus und im Biergarten in der Dieburger Strasse, essen im "Lokales" bevor wir in der Dämmerung über die Mathildenhöhe wieder zum Mobil zurückgehen und noch ein paar mitgebrachte französische Kanterbräu vernichten.

Sechzehnter Tag – Fr. 12. Oktober: Darmstadt – Hannover

Wir frühstücken im Café Chaos, unserem Lieblingslokal in Darmstadt bevor wir uns meist gemütlich über Landstraßen in Richtung Hannover bewegen um dort einen Freund zu besuchen. Gegen Abend erreichen wir Hannover Linden. Siebzehnter Tag – Sa. 13. Oktober: Hannover – Hamburg Nach einer ereignisarmen Fahrt erreichen wir Hamburg, damit geht ein toller Urlaub zu Ende. Er war der erste mit dem neuen Mobil, wir haben es ausgiebig testen und Erfahrungen sammeln können.

Wir haben ca. 4500 Km zurückgelegt und durchschnittlich 9,3l Diesel auf 100Km verbraucht.

Mehr Fotos von der Reise findet ihr hier: http://picasaweb.google.com/TheElsni/BretagneOktober2007

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