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Verhaltensregeln Für Musiker

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Verhaltensregeln Für Musiker

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Verhaltensregeln für Musiker

(nicht ganz ernst gemeint happy smiley)

1. im Proberaum:

1.1) Es räumt immer die Person auf, die zuerst anwesend ist. Aufräumen nach der Probe ist strikt untersagt. Das Verusacherprinzip gilt definitiv nicht.

1.2) Die Primärnutzung des Proberaums sind Kinderfeste und Bastelstunden. Proben dürfen nur dann stattfinden wenn kein Kinderfest und keine Bastelstunde stattfindet. Insbesondere in der darauffolgenden Probe gilt 1.1

1.3) Zahle die Miete für den Proberaum verspätet oder am besten gar nicht. Die anderen Bandmitglieder sind froh dass Du Dich musikalisch einbringst und werden sich deshalb in Nachsicht und Zurückhaltung üben.

1.5) Komme niemals auf die verwegene Idee, Getränke einzukaufen. Das übernehmen die anderen gerne für dich. Gönne ihnen die Freude, Dich bei Laune zu halten. Du musst nur wissen wie man den Kühlschrank öffnet - und wie man sich lautstark beschwert wenn dieser leer sein sollte.

1.6) Alkohol führt insbesondere bei älteren oder weniger begabten Personen zu einer signifikanten Herabsetzung der motorischen Fähigkeiten. Erspare den anderen den Anblick dieses Verfallsprozesses, bestreite die Flucht nach vorne und vernichte eine halbe Palette Bier schon zuhause vor der Probe.

1.7) Bierflaschen und Kronenkorken sind ein adäquater Ersatz für den Aschenbecher, falls sich dieser mindestens zwei Meter außerhalb Deiner Reichweite befindet.

1.8) Es ist völlig ok, wenn Du stockbesoffen den Proberaum vollkotzt. Es zeigt, dass Du offen kommunizierst und in der Lage bist, eigene Fehler einzugestehen. Bei der nächsten Probe kannst Du Dir mit dem Erscheinen etwas Zeit lassen (siehe 1.1).

1.9) Bring öfters Freunde zur Probe mit. Deine Bandkollegen werden ob der vielen direkten und konstruktiven Expertenkritik begeistert sein.

1.10) Komme immer etwas später zu Proben oder Auftritten. Die Stars lassen immer alle anderen warten. Wieso sollte es bei dir anders sein? Deinen Kollegen würde sonst das Wissen vorenthalten, mit welch großartigem und charakterfesten Musiker sie zusammen sein dürfen.

1.11) Jeder Musiker ist angehalten bei jeder Gelegenheit Drogen und Alkohol in großen Mengen zu sich zu nehmen. Die dadurch hervorgerufene kreative Sprech- und Spielweise, das fehlertolerante Gehör und das ausgeprägte soziale Kommunikationsvermögen wird sich zu einem unverkennbaren Markenzeichen der Band entwickeln und ihren internationalen Erfolg beflügeln.

1.12) Es gehört zum Leben eines jeden Rockstars sich regelmäßig im Proberaum bis zur Besinnungslosigkeit zu betrinken um dann auf der Gemeinschaftstoilette farbliche und olfaktorische Akzente zu setzen

1.13) Werfe einem Mitmusiker sofort mangelnde Motivation vor, sofern er eine Probe aus Dich nicht betreffenden und somit zweitrangigen Gründen (Krankheit, Dienstreise) absagt. Drohe mit umgehendem Bandausschluß. Die anderen Kollegen werden Deine Führungsqualitäten begeistert zur Kenntnis nehmen!

1.14) Gitarristen und Bassisten sind angehalten, die Bierflasche während der Probe ausschließlich mit rechts zum Mund zu führen. Das verhindert effektiv ein Auskühlen der Griffhand.

2. Equipment

2.1) Verzichte auf das Kennzeichnen von Deinen eigenen Kabeln und anderen Kleinteilen. Auf diese Weise hast du nach jeder Probe oder jedem Gig Gelegenheit zu anregenden Gesprächen über Mein und Dein im Besonderen und den Sinn des Lebens im Allgemeinen. Das fördert Kommunikationsfähigkeit und Gemeinsinn.

2.2) Wenn die Batterie deines Effektpedals oder Stimmgerätes leer ist, nimm eine aus einem beliebigen anderen Gerät dessen Funktion Dir unbekannt ist oder Dich nicht unmittelbar betrifft.

2.3) Setze dich bei jeder Gelegenheit ungefragt auf den freien Hocker des Drummers und überzeuge deine Kollegen von deinen Fähigkeiten am Schlagzeug. Die Musiker werden erfreut sein, welches Musikgenie sie in Ihren Reihen haben dürfen. Mache den Drummer auf evtl. Optimierungsmöglichkeiten seines Sets aufmerksam, schließlich ist Deine Expertenmeinung immer gefragt.

2.4) Habe niemals ein extra Instrumentenkabel, einen Satz Saiten oder extra Drumsticks dabei. Du könntest als spießiger Sicherheitsfanatiker angesehen werden, dieses Kainsmal würde Dir bis ans Lebensende anhaften.

2.6) Setze Prioritäten. Ein neues Handy ist immer wichtiger als ein Satz neuer Saiten oder gar eine Gitarre die nicht unbedingt das billigste ist, was die chinesische Produktion hergibt.

2.7) Eine Band ist ein kommunistisches Kollektiv ohne Privateigentum. Aus dem Grund kannst Du wie selbstverständlich Kabel, Saiten, Plektren und anderes Verbrauchsmaterial von irgendjemandem ungefragt benutzen und in Deine Obhut überführen.

2.8) Es ist nicht nötig sich mit seinem Equipment auszukennen, irgendein Technik-Nerd ist immer in der Nähe der im Zweifel auch auf Deiner Gitarre die Saiten wechselt. Geräte mit mehr als einem Power-Schalter sind auch wirklich nicht für Musiker gemacht, das versteht jeder und hilft Dir gerne bei der Bedienung Deines Gitarren-Verstärkers.

2.9) Wenn Deine 90€ Gitarre einen Tag nach Ende der Garantiezeit auseinanderfällt, ist es an der Zeit sich eine neue 90€ Gitarre zu kaufen.

2.10) Spiele Saiten so lange wie möglich und ziehe nur eine einzelne neue Saite auf wenn eine reißt. Rostige Saiten klingen "vintage".

2.11) Es ist nicht nötig, sich um die Einsatzfähigkeit seines Equipments zu kümmern. Die Kollegen leihen Dir gerne Instrumente, Verstärker und Effekte, auch dauerhaft.

3. Verhalten während der Probe

3.1. Sound

3.1.1) Nur laute Musik ist gute Musik. Wenn du die Kickdrum noch hören kannst, bist du zu leise.

3.1.2) Du selbst bist jedoch niemals zu laut. Es kann ab und zu sein, dass Mitspieler zu leise sind. Das zeigt, dass sie ihren Part nicht beherschen.

3.1.3) Verschiebe die Monitorbox und das Mikro erst nach dem Einpfeifen damit die faule Sau am Mischpult nicht einrostet.

3.1.4) Der Bass dröhnt nicht. Er klingt.

3.1.5) Rückkopplung ist geil, das hat was Authentisches.

3.1.6) Jeder ist dazu aufgefordert, unbemerkt an den Reglern am Mischpult, Monitorboxen etc. zu drehen, um dem Sound etwas unvorhergesehene Lebendigkeit einzuhauchen.

3.2. Stimmen der Instrumente

3.2.1) Vergeude möglichst keine Zeit mit dem Stimmen Deines Instrumentes. Einmal im Monat reicht, alles andere ist nicht Rock.

3.2.2) Stimmgerät ist etwas für Anfänger. Dein Gehör ist sowieso um Klassen besser als so ein hohles Stück Plastik mit Drähten.

3.2.3) Saiteninstrumente sind perfekt gestimmt wenn alle Mechaniken in einer Reihe stehen. Dies setzt zudem schöne optische Akzente.

3.2.4) Ein Gitarrensolo lässt Dir den Freiraum, Deinen Bass zu stimmen. Sieh zu, dass Du laut stimmst, damit Deine Mitmusiker Kenntnis von Deinem musikalischen Qualitätsanspruch erlangen.

3.2.5) Beginne Dein Instrument erst dann zu stimmen, wenn der Song eingezählt wird.

3.3 Zusammenspiel

3.3.1) Spiele zu jeder Gelegenheit Songs an, die noch nicht zusammen geprobt wurden. Dein Können wird Bewunderung auslösen.

3.3.2) Überrasche Deine Mitmusiker ab und zu mit spontanen Song- und Timing-Änderungen. Deine Mitmusiker werden Dir dankbar sein, dass Du die Band durch geistige Ertüchtigung jung hältst.

3.3.3) Der Background muss zwingend exakt das gleiche in der gleichen Stimmlage singen wie der Sänger. Das gibt allen ein Gefühl von Sicherheit, denn falls der Sänger spontan zusammenbrechen sollte würde es keiner merken. The Show must go on.

3.3.4) wenn du merkst, dass der Drummer heute einfach nicht groovt, spiele einfach etwas nachlässiger und nähere dich ihm von unten an.

3.3.5) Verschaffe Dir Respekt. Sollte sich ein Bandkollege auch nur minimal verspielen, dann brichst Du sofort den kompletten Song ab und machst den entsprechenden Kollegen richtig zur Sau. Nach der Standpauke kann der Song weitergeprobt werden.

3.3.6) Solltest Du Dich verspielen, gib es niemals zu. Du setzt lediglich Deine persönlichen Akzente.

3.3.7) In jedem Song müssen unbedingt zu jeder Zeit alle Instrumente gleichzeitig spielen, das bewahrt den Zuhörer vor Überraschungen.

3.3.8) Im Takt zu spielen ist was für Anfänger. Der Profi wechselt zwischendurch unvermittelt den Takt, damit die Mitspieler geistig aktiv bleiben.

3.3.9) Spiele das gleiche Stück jedes Mal anders. Die Probe könnte sonst allzu vorhersehbar werden.

3.3.10) Rege dich wild auf, wenn die anderen nicht so spielen, wie abgesprochen. Das kann doch nicht so schwer sein. Ermutige Sie zu üben, indem du regelmäßig ihre Fehler energisch aufzeigst. Sie werden über jeden Hinweis dankbar sein.

3.3.11) Du kannst den meist aufgeregten Bandkollegen Ruhe und Sicherheit vermitteln, wenn du sie behutsam durch den Songaufbau führst, z.B. indem du den jeweils nächst-fälligen Akkordwechsel immer schon einen Takt im Voraus spielst.

3.3.12) Du treibst nicht. Deine Mitmusiker schleppen. Mach sie höflich aber bestimmt darauf aufmerksam.

3.3.13) Die Struktur eines Songs zu kennen ist völlig unnötig. Einer in der Band wird wissen wann die letzte Strophe endet und sich durch seine Körpersprache verraten.

3.3.14) Du bist wichtig. Und dir darf nichts entgehen. Deswegen schalte niemals dein Handy während der Probe ab. Die Band unterbricht gerne die Probe für wichtige Personen wie dich.

3.3.15) "Verspieler" sind das Salz in der Suppe. Kritik an Deinen "Verspielern" solltest Du mit einem einladenden "... na, dann hältst Du wohl Harmonielehre für einen Begriff aus der Partnerberatung... " kontern.

3.3.16) Spiele nach dem Ende eines Songs unbedingt weiter und schlage die wildesten Kapriolen. Echte Helden sterben immer einen langsamen Tod.

3.3.17) Ein Song darf keine durch 4 teilbare Anzahl an Takten haben, sonst ist es Mainstream.

3.3.18) Du bist niemals aus der "Time". Deine Mitmusiker verstehen einfach nichts von Synkopen.

3.3.19) Ein Song hat niemals leise oder langsame Passagen. Wir sind nicht George Michael.

3.3.20) Breaks werden in der Taktzählung nicht berücksichtigt und zwischen zwei Takte geklemmt. Wer damit nicht zurechtkommt hat sich verspielt.

3.3.21) Als Schlagzeuger spielst Du bei jedem Stück das gleiche Thema. Dadurch zeigst Du eindrucksvoll wie gut Du Dein Leben von unnötigem Ballast befreit hast.

3.3.22) Spiele immer so schnell du kannst, damit Du als erster fertig wirst.

3.3.23) Dekoriere die Probe mit lustigen Albereien, in dem Du komplett unpassende Passagen zu bereits bekannten Stücken spielst. Deine Comedy-Qualitäten lassen auf herausragende Pausenunterhaltung bei einem späteren Gig hoffen und steigern die Zuversicht aller Beteiligten!

3.3.24) Wenn die Lead-Gitarre gerade kein Solo zu spielen hat, spielt sie am besten halb abgedämpfte Akkorde im Off-Beat. Das ermöglicht dem Rhytmusgitarristen eine gedankliche Verschnaufpause, da Präzision keine Rolle mehr spielt und vom Publikum lediglich als hoffnungsloser Versuch wahrgenommen wird, dem Brei eine Struktur zu verleihen.

3.3.25) Jeder ist unabhängig von Talent dazu aufgefordert den Sänger zu unterstützen, selbst wenn die Instrumentenbeherrschung spürbar darunter leidet.

4. Verhalten während der Pause und zwischen den Songs

4.1) Nutze unbedingt jede kleine Pause um dringende hausmeisterliche Tätigkeiten im Proberaum durchzuführen.

4.2) Notiere dir niemals etwas, Du bist ja schließlich nicht in der Schule. Du hast alle Termine und Abläufe der Stücke im Kopf. Neues speicherst Du unmittelbar im Langzeitgedächtnis, dafür warst Du schon im Kindergarten bekannt.

4.3) Beklage ständig deinen stressigen Job. Die anderen werden so deine knappe Zeit zu schätzen wissen und froh sein, dass du überhaupt zur Probe erscheinst.

4.4) Übe deine Riffs bei jeder Gelegenheit in der Probe. Sollen die andern Ihre Absprachen doch vorab per SMS oder Email austauschen, jetzt wird gerockt.

4.6) Zähle jeden Song grundsätzlich schneller an als Du ihn dann spielst. Das haben die Ramones auch immer so gemacht.

4.8) Ebenso solltest du jede Chance nutzen, dem Instrument eines Gitarristen ein paar Powerchords zu entlocken. Dreh dazu voll auf, damit du sicher gehen kannst, dass man dein Talent nicht überhört. Zeige, dass du dich auch mit der Technik auskennst und optimiere den Sound durch fleißiges Betätigen aller zur Verfügung stehenden Regler, Knöpfe und Pedale.

4.9) Ersetze die lästige Probe sicherheitshalber von vornherein mit Fachsimpeleien über die Wahl des richtigen Equipments, ohne das kannst du sowieso keinen vernünftigen Ton spielen und der fürchterliche Lärm fällt auch noch weg.

4.10) Stelle offene, halbleere Bierflaschen auf den Verstärker oder anderes geeignetes Equipment. Sollte das Gerät durch ausgelaufenes Bier zerstört werden, hat es den Praxistest nicht bestanden.

5. Verhalten außerhalb der Proben

5.1) Besprich die Probleme in der Band auch außerhalb mit möglichst vielen Freunden. Sie werden gute Ratschläge geben. Vermeide diese Gespräche jedoch innerhalb der Band. Ihr seid ja zum Rocken zusammen, nicht zum Labern. Drohe regelmäßig mit deinem Austritt, falls es sich nicht nach deinen Wünschen ändern sollte.

5.2) Weise jeden Hinweis, dass du auch zu Hause üben könntest, entschieden zurück. Die haben ja keine Ahnung, wie voll dein Tag ist. Deswegen musst du es ihnen ausführlich und möglichst dramatisch erläutern.

5.3) Sollte die Probe stattfinden wenn das Championsleague-Spiel übertragen wird, melde dich frühestens 5 Minuten vorher von der Probe ab. Zu lange Zeiträume vorher verwirren nur, da der Mensch einen Großteil der aufgenommenen Informationen sowieso bereits nach 15 Minuten vergisst.

5.4) Höre bei Cover-Stücken deinen Part niemals zuhause heraus. Deine Mitmusiker möchten von dir lernen wie man das macht und der Arbeit ihres Meisters im Proberaum interessiert beiwohnen.

5.5) Wer übt, hat Angst!

5.6) Wer heimlich übt, betrügt die Kollegen!

6. Sonstiges

6.1) beende jede Kritik mit dem Satz "das ist jetzt nicht böse gemeint" als Zeichen Deines Deeskalationstalentes.

6.2) ignoriere die Vorschläge deiner Kollegen, deine Idee IST besser.

6.3) Du hast Recht! Immer! Ohne Ausnahme!

6.4) Du bist der einzig wahre Musiker in diesem Mongohaufen.

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